Chronik der Musikkapelle Heinfels

Gründung 1926/1927

Es war im Jahre 1926. Sechs junge Panzendorfer Burschen spielten bei der Musikkapelle Sillian. Eine kleine Unstimmigkeit im dortigen Verein brachte sie auf den Gedanken, in der eigenen, wenn auch nur 400 Einwohner zählenden Gemeinde, eine Musikkapelle zu gründen. Sie wussten, wie schwierig dieses Vorhaben sein wird.

Nach kurzer Zeit waren es 25 Burschen, die mit großer Begeisterung und Zuversicht mitmachten und nur ein Ziel kannten – einen Klangkörper zu erstellen und Musik in der eigenen Gemeinde zu machen, obwohl einige davon noch nie mit Blasmusik zu tun hatten. Es waren nur vier Musiker, die Notenkenntnisse hatten! Trotzdem traten sie aber voll und ganz für die Sache ein und schon nach kurzer Zeit wurde ein Ausschuss gebildet, welcher Anton Weber, der schon damals die Kapellmeisterprüfung in Rotholz mit sehr gutem Erfolg abgelegt hatte, zum Kapellmeister wählte.

Nun war aber die Anschaffung der Musikinstrumente notwendig. Alle Kameraden gingen von Haus zu Haus, um einige Schillinge zum Ankauf der Instrumente für die Musik zu bitten. Geld war damals aber fast nicht vorhanden, daher bekamen sie von den Bauern Bäume. Und so marschierten die Burschen mit Säge und Hacke in den Wald, um die geschenkten Bäume zu schlagen und das Holz zur Säge zu bringen. Es brauchte noch viel Anstrengung, um es zu Geld zu machen. Wochen und Monate vergingen bis ein Erlös ersichtlich war. Selbstverständlich wurde die ganze Arbeit gratis verrichtet. Es gab sicher auch einige Musikanten, die aus eigener Tasche noch ein paar Schillinge dazulegten.

Endlich war es so weit. Die Instrumente konnten bestellt werden. In der Zwischenzeit gab es viel zu tun: Noten lernen, organisieren, Probelokal auftreiben und anderes. Bald kam die Nachricht vom Bahnhof Sillian, dass die Instrumente zum Abholen bereit sind. Eine erfreuliche Nachricht für die damaligen Musikanten, die sofort mit Ross und Wagen zur Stelle waren und die Instrumente nach Hause brachten.

Danach kam die große Aufgabe die Instrumente zu verteilen, wobei größtes Augenmerk auf die Eignung einzelner Kollegen zu legen war. Nun begann das praktische Proben: Griffe und Noten lesen wurden gelernt. Es gab damals noch kein Probelokal, vielmehr durften die Musikanten in der „Weber Stube“ ihre Proben abhalten. Es wurde ein ganzes Jahr lang praktisch jeden Tag geübt. Für Anton Weber war dies natürlich zu viel und so wurden Johann Müller und Sepp Weber zu Helfern bestimmt. An Wochentagen wurde einzeln musiziert, Sonntag war Gesamtprobe.

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So verging ein Jahr und am 1. Mai 1928 kündigte die Kapelle den Tag der Arbeit an. Beim Eilerbauern angefangen, marschierte die Kapelle mit Marschmusik durch das Dorf bis zum Oberthaler („Brückenwirt“). Es war ergreifend. Die Leute kamen aus den Häusern und freuten sich die Kapelle der eigenen Gemeinde zu hören.

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Nach anfänglichem Sträuben durfte die Musikkapelle Panzendorf dann doch bei der Fronleichnamsprozession 1928 in Sillian mitwirken, da Panzendorf ja zur Pfarre Sillian gehört. Schon damals gab es viele Freunde und Gönner, die der guten Musik große Aufmerksamkeit schenkten. Zwei Marketenderinnen, Mena Resinger und Antonia Oberthaler, die der Kapelle durch sehr viel Mühe und Fleiß einiges einbrachten, marschierten bereits von Anfang an mit.

Als jüngste Kapelle wurde sie in den Tiroler Blasmuikverband aufgenommen. So ging die erste weitere Fahrt nach Matrei i. O., wo der Musik auf Grund ihres guten Spiels bereits große Beachtung geschenkt wurde. Anlässlich einer Reise nach St. Veit a. d. Glan machte die Kapelle in Villach Halt und konzertierte im Bürgerbräu vier Stunden lang! Dabei wurden Ouvertüren zum Vortrag gebracht, die heute in die Oberstufe fallen würden.

Als jüngster Dirigent Tirols zeigte sich damals Sepp Weber, der die Musikkapelle in guten Ruf brachte und großen Beifall bei Musikfesten in Matrei, Assling, Außervillgraten, Abfaltersbach und anderen Orten erntete.

Doch etwas fehlte noch: eine gemeinsame Uniform bzw. Tracht. Und so ging das Bitten um eine kleine Spende erneut an. Die Musikanten gingen wieder von Haus zu Haus und brachten einen ganz schönen Betrag zusammen. Nun konnte endlich eine eigene Tracht angeschafft werden. Die Lederhosen wurden in Innichen beim Mitterhofer und die Röcke so wie Leibchen und Hosenträger beim Schneidermeister Klammer in Sillian bestellt. Sepp Weber und andere Kollegen gingen die Berge und Dörfer ab, um Gurten zu sammeln bzw. günstig zu kaufen. Sie hatten viel Erfolg dabei und so marschierten sie 1930 schön uniformiert durchs Dorf.

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Für den Kauf des notwendigen Notenmaterials reichte aber das Geld nicht mehr aus. Daraufhin opferte Josef Müller, Weberbauer, Tage und Nächte um das gesamte Notenmaterial in perfekter Weise um Gotteslohn für seine geliebte Musik zu schreiben.

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 Vor dem Zweiten Weltkrieg

Auch in Panzendorf blieben die Spuren der Wirtschaftskrise nicht unsichtbar und so mussten einige Musikanten auswärts Arbeit suchen, so auch Sepp Weber. Bei seinem Ausscheiden hielt er nochmals allen ans Herz „... Zusammenhalt, auf den Kapellmeister horchen und alle Tage einige Minuten oder wenn möglich länger zu üben ...“. Die Kapelle war gezwungen Änderungen durchzuführen. So wurde Johann Müller zum Dirigenten bestellt, der es dann bis 1951 blieb.

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 Die Nachkriegszeit

Im zweiten Weltkrieg mussten fast alle Musikanten in den Krieg ziehen. Die Kapelle wurde aufgelöst. Josef Müller ist es zu verdanken, dass Instrumente und Noten erhalten blieben.

Bereits 1946 konnte der Wiederaufbau der Kapelle beginnen. Johann Müller motivierte junge Burschen zum Musizieren.

1951
Neuer Schwung kam in die Kapelle. Franz Kofler wurde zum Kapellmeister gewählt. Mit ihm erreichte die Musik Erfolge, die sie weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt machte. Beispielsweise erreichte die Kapelle bei Wertungsspielen in Bruneck einen 1. Preis, Konzertreisen führten sie nach München, Wien und Italien. Der Fanatismus und Ehrgeiz ging sogar so weit, dass sich einige Musikanten oft noch nach den Proben beim gemeinsamen Spiel am Schlosshügel die Nächte um die Ohren schlugen. In dieser Zeit wurden auch viele „Miraphone“-Instrumente aus Bayern mit Hilfe des Nationalrates Kranebitter angekauft. Die Finanzierung erfolgte zum Großteil durch Holzspenden.

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1954
Gemeinsam mit Kofler Franz absolvierte auch Sepp Huter den Kapellmeisterlehrgang in Rotholz. Schon damals komponierte Huter Tanzmusik für seine Großglocknerkapelle Kals. Der freundschaftlichen Bitte für die Musikkapelle Panzendorf einen Marsch zu schreiben, kam er im sprichwörtlichen Handumdrehen nach. Einige Stunden später präsentierte Huter den „Schloss-Heinfels-Marsch“ mit ursprünglich zwei Liedstrophen und schenkte ihn dem Kapellmeister Kofler Franz. Die dritte Strophe wurde erst Jahre später ergänzt. Heute ist dieser anspruchsvolle und schöne Musiktitel der Traditionsmarsch schlechthin.

1. Dort wo von Bergeshöhn umragt Schloss Heinfels steht,
wo Menschen froh und frei noch treu zur Heimat stehn.
Wo man Lieder hört erschalln, Sennrin joelt auf der Alm,
dort ist mein Heimatort im schönen Pustertal.
2. Der Heimat Bergeshöhn, der Dolomiten Pracht,
erstrahlt im Sonnenschein, es ist die Heimat mein.
Ja, nur dich hab ich im Sinn, denn dort zieht’s mich immer hin
zu dem trauten Ort, im schönen Pustertal!
3. Muss ich von dir einst gehn, sag ich auf Wiedersehn,
denk in der Ferne dort nur an mein‘ Heimatort.
Ja, dich grüß‘ ich tausendmal, denn ich kehr‘ zu dir zurück
in meinen Heimatort, im schönen Pustertal!

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 Mitte der 50er Jahre

wurde schließlich im Jahre ein eigenes Musikheim gebaut. Das Feuerwehrhaus wurde aufgestockt und bekam im ersten Stock ein nettes Probelokal. Die Gemeinde stellte großzügigerweise die Baumaterialien zur Verfügung und in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden legten die Musikanten selbst Hand am Bau an.

Trotz der vielen Arbeit, die nach dem Krieg geleistet wurde, legte Kapellmeister Kofler größtes Augenmerk auf das Wesentliche, das Musizieren. Viele Konzertreisen im In- und Ausland und die Teilnahme an Wertungsspielen brachten große Erfolge und beflügelten die jungen Musikanten. Nebenbei spielte man bei verschiedensten Veranstaltungen mit einer kleinen Gruppe zum Tanz auf. So geschah es nicht nur einmal, dass die begeisterten Musikanten auch noch nach ihrem Auftritt zu früher Morgenstunde spielend im Gänsemarsch von Sillian nach Panzendorf zogen.

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1966
Als zweite Kapelle in Osttirol erbauten die Panzendorfer Musikanten unter Obmann Otto Kassewalder einen Musikpavillon, der als äußerst gelungen bezeichnet werden konnte. Die Ausgaben beliefen sich auf rund S 120.000,-.

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1967
Schlechter Probenbesuch, mangelhafte Arbeitseinstellung, Streitigkeiten in den Reihen der Musikanten, fehlender Zusammenhalt und die Doppelfunktion Bürgermeister – Kapellmeister führten zu Rücktrittsgedanken des Kapellmeisters und so übernahm Dir. Johann Riedler kurzfristig die musikalische Leitung der Kapelle für ein Jahr.

In den Folgejahren wurde wenig konzertiert. Reparaturen und Neuanschaffungen von Instrumenten für Jungmusikanten brachte die Kapelle in finanzielle Nöte. Die Gemeindeführung und die Jagdgenossenschaft konnten in dieser Situation durch Geldspenden aushelfen.

1971
Sechzehn großteils von Anton Weber ausgebildete Jungmusiker brachten frischen Schwung in die Kapelle. Die Auswahl geeigneter Musikstücke und ein guter Probenbesuch motivierten die Musikanten neu. „Ich bin wieder stolz auf meine Kapelle“ kann man den Aufzeichnungen im Jahre 1972 entnehmen.

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1976
Erstmals wurde mit Margit Kofler eine Frau in die Reihen der Musikkapelle aufgenommen. Von Anfang an akzeptierte jeder Musikant die sehr guten Leistungen der jungen Flötistin. Im Rahmen des 50-jährigen Bestandsjubiläums organisierte man einen Konzertmusik-Wettbewerb, bei dem der Musikkapelle Panzendorf ihre hervorragende musikalische Leistung bestätigt wurde, welche zahlreiche Einladungen zu Konzerten ins benachbarte Südtirol zur Folge hatte. Dadurch konnte auch die Vereinskassa merklich aufgebessert und die Motivation der Musikanten nochmals gesteigert werden. Anfang Juli hielt man ein dreitägiges Musikfest ab, dessen Höhepunkt ein Festumzug mit drei Musikkapellen und verschiedenen Festwägen darstellte. Im Zuge dessen konnte auch das modernisierte Probelokal eingeweiht werden.

1980
In diesem Jahr feierte Franz Kofler sein 25-jähriges Kapellmeisterjubiläum. Zu diesem Zeitpunkt ging er der „kulturellen Seele der Gemeinde“, sprich der Musikkapelle, mit Freude voran. Vor allem auch deshalb, weil man in dieser kleinen Gemeinde eine ausgezeichnete Kapelle vorfand. Ein Beweis dafür waren unter anderem die vielen Konzerteinladungen (8 – 10 jährlich!) nach Südtirol.

Dass in dieser Kapelle viele langgediente musikalische Leistungsträger waren, dokumentiert die umfangreiche Liste der Ehrungen für 25, 40 und sogar 50-jährige Mitgliedschaft zahlreicher Musikanten.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Musikjahres führte die Musikanten im Rahmen eines Ausfluges nach Jugoslawien mit anschließendem Konzert im italienischen Belluno.

1983
wurde ein neues Probelokal nach modernstem Standard mit optimalen akustischen Voraussetzungen errichtet.

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1984
Aufgrund eines Vollversammlungsbeschlusses kaufte man eine zweite Ausgehuniform für kleinere Ausrückungen, zB Erstkommunion, Ständchen, Messgestaltung, Bläserengagements, usw. an. Man wollte damit die Tracht schonen und für saisonelle Übergangszeiten eine adäquate wärmere Bekleidung schaffen.

Die Finanzierung erfolgte durch großzügige Spenden seitens der E.G.O. - Austria und der Gemeinde.

Im August dieses Jahres erzielte man beim Oberländer Bezirksmusikfest mit Zelt- und Konzert-Wertungsspielen in Heinfels einen „1. Rang mit Auszeichnung“.

Im selben Jahr feierte der Tiroler Blasmusikverband sein 175-jähriges Jubiläum bei dem auch die Oberländer Blasmusikkapellen in Großformation gemeinsam durch Innsbruck marschierten.

1985
Um die Zusammengehörigkeit zwischen Tessenberg und Panzendorf zu verstärken, schlug Bgm.-Stv. Johann Pitterl eine Namensänderung der Kapelle von „Musikkapelle Panzendorf“ auf „Musikkapelle Heinfels“ vor. Diesem Ansuchen wurde einstimmig stattgegeben.

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1986
Anfang Mai stattete man der Partnergemeinde Oberderdingen (D) einen 3-tägigen musikalischen Besuch ab. „Den Musikanten dürft ihr vor dem Konzert keinen Wein servieren!“, beauftragte Kapellmeister Kofler die Kellnerinnen. „Wos isch denn des für a Weinkeller, do bikimb man la Wosso zi trinken!?“, ärgerte sich der Fähnrich, der dieser Abstinenzregelung ungewollt auch zum Opfer fiel. Daraufhin klärte der Kapellmeister das Missverständnis auf und meinte: „Na, na, dem dürft ihr schon einen Wein geben. Der muss heute nicht mehr spielen!“

1987
Auf Wunsch des Fähnrichs Gebhard Moosmann wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft und durch Hw. Dekan Steinringer gesegnet.

Auch 1987 wurden Konzert-Wertungsspiele in Heinfels organisiert, bei denen man auch selber teilnahm und mit „Sehr gutem Erfolg“ abschloss.

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1988
Ehrenobmann Paul Resinger – ein leidenschaftlicher und gewissenhafter Musikant – beendete nach 64 (!) Jahren seine musikalischen Aktivitäten. Seine Begeisterung und Einsatz für die Musikkapelle war sicherlich vielen ein Vorbild.

1989
Einem Anruf des Volksmusikgranten Peter Moser ist der Auftritt im ORF bei Sepp Forcher’s „Klingendes Österreich“ zu verdanken. Dieses großartige Ereignis war die erste Erfahrung mit Tonaufnahme und Film. So blieb es bis heute jedem Musikanten in Erinnerung, dass die Tonaufnahmen des Marsches „Die Junge Garde“ in St. Lorenzen/Liesing und die entsprechenden Filmaufnahmen an der „Punbrugge“ in Heinfels aufgezeichnet wurden.

Im selben Jahr legte Franz Kofler seine Kapellmeistertätigkeit nieder und wollte somit die musikalische Leitung in jüngere Hände geben.

Die Hauptaufgabe des damaligen Obmannes Georg Hofmann war Jahr für Jahr die Suche nach einem geeigneten Kapellmeister. Zwischenzeitlich konnte er den gebürtigen Strassener Albin Pircher als musikalischen Leiter gewinnen. Dennoch war man bemüht einen Kapellmeister aus der eigenen Gemeinde zu finden.

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1993/94
Herbert Fürhapter, seinerzeit Kapellmeister in Innervillgraten, erklärte sich bereit die musikalischen Geschicke der Heinfelser Kapelle als Interimskapellmeister und „Nothelfer“ zu leiten, bis Klaus Geiler die notwendige Ausbildung dazu absolviert und 1994 ab dem Bezirksmusikfest in Heinfels das Blasorchester übernommen hatte.

Die musikalische Leistung dieser Jahre hat nicht nur unter dem regen Kapellmeisterwechsel, sondern vor allem unter schlechtem Probenbesuch, wenig Publikum bei heimischen Konzerten, einer starken Verjüngung der Musikantenreihen und mangelnder Verlässlichkeit gelitten.

1994
Drei Tage Kaiserwetter und eine sehr gute Organisation waren beste Voraussetzungen für die Abhaltung des Bezirksmusikfestes im Juli 1994. Beim Festkonzert erfolgte die offizielle Taktstockübergabe an Klaus Geiler, der fortan als jüngster Kapellmeister des Bezirkes mit 23 Jahren die musikalische Leitung unentgeltlich (!) übernahm.

Zum Bezirksmusikfest
Ein großes Fest gibt es in unserem Ort,
die Musik hat das Wort.
Nach fleißigem Üben und Proben
ist’s an der Zeit, die Herren zu loben.
Denn wo Musik, da lass dich nieder,
da zeigt des Herrn Geist sein Gefieder!
Musik von nah, Musik von fern,
Musik von allen Seiten, wie ein Stern.
Was wohl gab’s Schöneres zu veranlassen,
als den Sternen-Marsch zu verfassen,
den wir gerne immer wieder hören,
von Musikern und auch von Chören!
Frohes Klingen geht über die Erde,
wenn friedlich versammelt die Schäflein-Herde.
Noch viele schöne Musikstunden
mögen wir vereint sein und verbunden.
Viel, viel Glück zum Fest der Musik!

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In dasselbe Jahr fällt auch die Gründung der „Schloss-Heinfels-Musikanten“, einer kleinen böhmischen Besetzung. Diese Formation, die aus lauter Musikanten der Kapelle bestand, spielte bei Früh- und Dämmerschoppen sowie diversen Veranstaltungen im In- und Ausland bis Ende 1998 auf. Grund der Auflösung war die ständige Konkurrenz zur gesamten Kapelle, die der Kameradschaft eher schadete als Nutzen brachte.

1995
Beginn der Frühjahrskonzerte. Nach einer Pause im Jahr 1997 wird seit 1998 regelmäßig im Mai im Gemeindesaal Heinfels vor viel Publikum konzertiert.

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 1997

Eine verregnete und finanziell enttäuschende 70-Jahr-Feier brachte schließlich den Gedanken mit sich, vereinsinterne Feste in Zukunft nur in kleinerem Rahmen oder in Form des Oberländer Bezirksmusikfestes zu organisieren.

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ab 2000

2002

Bezirksmusikfest des Musikbezirkes Pustertal-Oberland in Heinfels anlässlich des 75jährigen Bestandsjubiläum der MK Heinfels.

Gedicht von Hans Auer (1944-2012) zum 75jährigen Bestandsjubiläum der Musikkapelle Heinfels

Als vor fünfundsiebzig Jahren
sich ein Kreis von Bläsern traf,
um die Tonkunst zu erfahren,
übte jeder täglich brav.
Braune Lodenjacken kleiden
Musikanten vornehm ein.
An den Knien, an den beiden,
schnürt die Hose man ans Bein.

Wären nicht die Dirigenten
um die Bläser fest bemüht,
würden nicht auf Instrumenten
laut erklingen Marsch und Lied.

Siebenmal pro Woche waren
zwanzig Musiker an Zahl,
um mit Proben nicht zu sparen,
froh versammelt jedesmal.

Grünen Hut mit Hahnenfeder
zieren Bänder auf dem Kopf,
rote Leibchen trägt ein jeder,
fest genäht ist Knopf für Knopf.

Immerdar gibt es an Proben
viele im Vereinslokal,
und den Eifer muss man loben
von den Fünfzig an der Zahl.

Anton Weber war der Leiter
dieser Gruppe dazumal,
dirigierte selbst sie heiter,
klein war noch der "Probesaal".
Grün ist auch der Hosenträger,
quert die Brust mit einem Band,
überkreuzt den Rücken schräger,
angeknöpft und festgespannt.

Tragt fest bei zu aller Ehre,
spielt frisch auf fürs Publikum,
dass die Harmonie sich mehre!
Sie sei euer Eigentum!

In der "Weberstube" übte
eifrig jeder Musikant,
der sein Instrument auch liebte,
wie es Brauch ist hierzuland.
Und der Gürtel ist aus Leder,
um die Hüfte zugeschnallt.
Stark wie Holz von einer Zeder,
gibt er jeder Hose Hald.

Tragt die Fahen gern mit Würde
fortan mit euch Schritt für Schritt
Als des Musikanten Zierde,
der vertrauend vorwärts sieht!

Ein Jahr später zum Konzerte
spielte man im Festgewand,
bis man, hoch erfreut vom Werte,
uns're heut'ge Tracht "erfand":
Weiße Stutzen, Lederhosen,
schwarze Schuhe ... Welche Pracht!
Ach, wie trägt in allen Posen
jeder gerne seine Tracht!

Bleibt auch treu stets dem Vereine
und marschiert nach Tradition!
Dann gibt Gott dazu das Seine
gerne bei der Prozession.

Weißes Hemd mit breitem Kragen
und ein Seidentuch rundum
werden gar mit Stolz getragen
bei "Habacht!" und "Kehret um!"
Uns're Heinfelser Kapelle
spielt nun viele Jahre schon.
Heuer ist sie auch zur Stelle
beim Konzert im Pavillon.
gewidment von VD Hans Auer 

Anlässlich des 75jährigen Jubiläums unseres Vereins wurde der Musikpavillon renoviert.

2005

Teilnahme an der Marschierwertung in Sillian.

2008

Teilnahme am Wertungsspiel im Kultursaal in Sillian in der Wertungsstufe "C". Gespielt wurden die Werke "Des Riesen Nixe" von Fritz Neuböck und "Askania" von Hans-Peter Bruchmann.

1. Kirchtagsfest in Heinfels.

In dieses Jahr fällt auch der Umbau unseres Probelokals. Der Verein erhielt einen zusätzlichen Raum, welcher als Musikschul- und Aufenthaltsraum genutzt wird, das Probelokal wurde etwas vergrößert und modernisiert.

Probelokal

2010

Teilnahme am Landeskonzertwertungsspiel in Innsbruck (Stufe C) mit den Werken "Of Castles and Legends" von Thomas Doss und "Overture Jubiloso" von Frank Erickson.

2012

Ende Juli Ausrichtung des Bezirksmusikfestes (mit Marschierbewertung) anlässlich des 85jährigen Bestandsjubiläum der Musikkapelle Heinfels.

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2013

Aufführung des österreichischen Zapfenstreichs gemeinsam mit der Musikkapelle Anras bei den Promenandenkonzerten in Innsbruck.
Reise in unsere Partnergemeinde Oberderdingen (D) anlässlich des "Europafestes".

Heute:

In den letzten Jahren war im gesamten Blasmusikwesen in Österreich ein steter Aufwärtstrend zu bemerken. Die meisten Kapellen wurden Teil einer Verjüngerungskur – durch viele Jungmusikanten sank der Altersschnitt vieler Blasorchester drastisch. Diese Entwicklung machte Gott sei Dank auch vor der MK Heinfels nicht halt. Durch eine gute Jugendarbeit konnten viele Kinder und Jugendliche für die Blasmusik begeistert werden, der Altersdurchschnitt sank radikal und liegt heute bei etwa 27 Jahren. Das liegt allerdings nicht nur an den vielen Jungmusikanten, welche Mitglied der MK Heinfels sind, sondern auch daran, dass die Generation „40+“ bei unserem Verein aus diversen Gründen fast vollständig fehlt. Nur sehr wenige Mitglieder sind länger als 20 Jahre bei der Kapelle.

Dass eine derart junge Kapelle gewissen musikalischen und kameradschaftlichen Reifungsprozessen unterliegt, liegt auf der Hand. Außerdem sind viele MusikantInnen berufsbedingt oder ausbildungsbedingt auswärts, weshalb es sehr schwierig ist, Probentermine zu finden, an denen die meisten Mitglieder da sind.

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Auch das Repertoire hat sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren stark verändert. Während früher nur Marsch, Polka, Walzer und Overtüren auf dem Programm standen, wird heute auch viel moderne Blasmusikliteratur – also sinfonische Blasmusik – gespielt. Diese Musik bringt natürlich völlig neue Herausforderungen mit sich.

Mittlerweile hat es sich auch eingebürgert, jedes Jahr ein Frühjahrskonzert zu spielen, bei welchem versucht wird, die ganze „Blasmusik-Repertoire-Palette“ in möglichst hoher Qualität zu präsentieren. Dieses Konzert bildet den musikalischen Höhepunkt der Saison. Jedes Jahr ist unser Kultursaal bei diesem Event bis auf den letzten Platz gefüllt, was eine besondere Motivationsspritze für die MusikerInnen ist. Außerdem veranstalten wir seit 2008 jährlich ein Kirchtagsfest, welches immer viele Besucher anlockt. 

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